Politische
Gedichte und Liebesgedichte, |
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Poeme. |
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| Jürgen Becker (*1932): Gedicht, sehr früh
In der Frühe um fünf weckt mich das Geräusch eines einzelnen, kreisenden Flugzeugs; ich kämpfe noch, an den Rändern des Schlafs, um den Rest eines Traums; kreischend die Vögel, ehe zu dröhnen beginnt mein vollbeschäftigtes Land; fürchterlich wird der Sommer, glücklich die Nachbarn auf Grundstücken in der Nähe der Autobahn; resigniert haben einige, vorbei sei die schönste Zeit, und das zählt nicht; gestern abend hörte ich sprechen Leute in Gärten, Geräusche des Alterns; vor vielen Jahren erfand ich nach jeder Täuschung die nächste, dann wußte ich mehr; so fängt der Tag an, die Volkswagen schnarren, Wirkliches mit der Zeitung, anderswo noch Schnee.
Rolf Dieter Brinkmann (1940-1975): Nach Shakespeare
Die Winterhand fällt ab und liegt im garten, wo nun ein hölzernes gerüst errichtet ist. Die dunklen Sommer
fallen wie die Hand. Du frierst im Kopf. Der Herbst mit seinen toten Fischen auf dem
Grund der Flüsse ist wie die Bude mit der alten Frau, die sitzt und liest die tageszeitung, bis jemand
kommt und eine von den kalten Frikadellen kauft, die in der fettbespritzten Glasvitrine liegen. Der Passant zahlt,
ißt, wirft die Knochen nach dem unsichtbaren Engel. Und Frühling kommt, verstreut die Autolichter durch
blechernes Laub am Abend, der mit den hölzernen Gerüsten niedersinkt am Fluß.
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Moderne Gedichte, wer liest die heute noch. Schreiben scheint einfacher als lesen.
Bertolt Brecht (1898 - 1956): Schlechte Zeit für Lyrik
Ich weiß doch: nur der Glückliche Ist beliebt. Seine Stimme Hört man gern. Sein Gesicht ist schön.
Der verkrüppelte Baum im Hof Zeigt auf den den schlechten Boden, aber Die vorübergehenden schimpfen ihn einen Krüppel Doch mit Recht.
Die grünen Boote und die lustigen Segel des Sundes Sehe ich nicht. Von allem Sehe ich nur der Fischer rissiges Garnnetz. Warum rede ich nur davon Daß die vierzigjährige Häuslerin gekrümmt geht? Die Brüste der Mädchen Sind warm wie ehedem.
In meinem Lied ein Reim Käme mir fast vor wie Übermut.
In mir streiten sich Die Begeisterung über den blühenden Apfelbaum Und das Entsetzen über die Reden des Anstreichers. Aber nur das zweite Drängt mich zum Schreibtisch.
Bertholt Brecht: HERR K. UND DIE LYRIK (1938) Nach der Lektüre eines Gedichtbandes sagte Herr K.: "Die Kandidaten für öffentliche Ämter durften in Rom, wenn sie auf dem Forum auftraten, keine Gewänder mit Taschen tragen, damit sie keine Bestechungsgelder nehmen konnten. So sollten die Lyriker keine Ärmel tragen, damit sie keine Verse aus ihnen schütteln können."
OSoLittleTiger (*1963): Am Stachus
Am Stachus zitieren Indianer zu viert indianische Tänze Nur ich Pfirsichhaut bin wo immer ich bin ohne dich
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